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Wie virtuelle Konferenzen richtig begeistern!

So schaffen digitale Events echten Mehrwert für Startups, Investoren und Unternehmen

Die Welt steht auf dem Kopf. Aber das sind gute Nachrichten für diejenigen, die sie ohnehin auf den Kopf stellen wollten. Klar ist: In der Coronakrise müssen sich alle neu erfinden, auch Event-Veranstalter. Es gilt, Angebote zu schaffen, die das Publikum mit dem gebotenen Sicherheitsabstand von zuhause aus verfolgen und in den Arbeitsalltag im Home-Office integrieren kann – ohne zu langweilen.

Bislang überzeugt das neue Medium der virtuellen Konferenz noch nicht. Jeanette Loos, Global Group Director der internationalen Fachmesse für Sportartikel und Sportmode ISPO, bringt das Problem auf den Punkt: “Es gibt so viele virtuelle Angebote (meist kostenlos), dass man einen sehr guten USP braucht.” Dabei liegen die Vorteile virtueller Events auf der Hand. 

Judith Ellenbürger, Juniorprofessorin für Medienwissenschaft an der Uni Hamburg, nennt den Zugang zu virtuellen Events digital “stark vereinfacht”. Es gebe die Möglichkeit zur Aufzeichnung und Speicherung von Vorträgen, wodurch für jeden Teilnehmer eine “höhere Flexibilität und Unabhängigkeit” entstehe, so die Medienexpertin. 

Martin Römhild, Co-Founder von Ephny, einer Social Media Marketing Agentur aus München, nennt insbesondere die Skalierbarkeit virtueller Events als einen  “entscheidenden Faktor“ für den Erfolg des Formats. Und Loos von der ISPO  sieht eine niedrige Hemmschwelle für das Publikum, sich an den Diskussionen auf der Bühne zu beteiligen. Insbesondere erreichten virtuelle Formate mehr weibliche Teilnehmer. Sie vermutet, “dass sich virtuelle Konferenzen leichter mit der Betreuungssituation vereinbaren lassen und so mehr Chancen bestehen, dabei zu sein.” 

Ralf Reichert, Co-CEO des Esports-Unternehmens ESL Gaming, sieht außerdem Vorteile im Zugewinn von Zeit, Logistik und Planungssicherheit. Dazu kämen eine breitere Themenvielfalt und mehr Entscheidungsfreiheit: "Bei einer größeren, klassischen Konferenz muss man sich häufig entscheiden, welches Panel man sich anschaut." Virtuell hätten die Teilnehmer sogar die Möglichkeit, bei mehreren Sitzungen gleichzeitig mitzumachen und so den entsprechenden Input zu maximieren. "Kurz und knapp Multitasking, on demand und no travel", betont Reichert.

Damit virtuelle Konferenzen gelingen, benötigten sie jedoch eine neue “Sprache”, appelliert Medienwissenschaftlerin Ellenbürger. Ein Blick auf die Mediengeschichte zeige zwar, dass ein neues Medium häufig ein altes Medium beinhaltete. So setzten die Medienmacher im Film zunächst unter anderem auf Theatereinlagen, im Radio auf Konzertaufführungen und im Fernsehen auf Radiosendungen. 

Zu voller Blüte sei das neue Medium in der Geschichte aber immer erst gelangt, wenn es eigene Formate und Formen entwickelt habe, so Ellenbürger. Reine 1:1-Übertragungen physischer Veranstaltungen schöpften das Potenzial digitaler Medien noch nicht voll aus, insbesondere dann, wenn dies in stundenlange Konferenzen und ebenso langes Auf-den-Bildschirm-Schauen ausarte. 

Das Publikum müsse bei digitalen Events stärker inhaltlich angesprochen werden, betont Social Media-Expertin Römhild: „Zuschauer erwarten Hands-On-Beispiele aus der Praxis”. Die Empfehlungen und Tipp, dargeboten beispielsweise in Masterclasses und von “hochkarätigen Speakern”, müssen “einfach und in hoher Qualität” zugänglich zur Verfügung gestellt werden, um das Event-Erlebnis hautnah spürbar zu machen. 

Loos betont, virtuelle Events müssten möglichst interaktiv und abwechslungsreich gestaltet werden. Eine Möglichkeit dafür nennt Römhild von Ephny: intensives Netzwerken. Bei virtuellen Events falle die Hemmschwelle weg, die beim physischen Kennenlernen oft bestünde. 

Zudem sei die Kontaktaufnahme schneller und unkomplizierter. Die Teilnehmer tauschten sich bei virtuellen Events zudem “gezielter” und “fokussierter” aus, ergänzt ISPO-Veranstalterin Loos. “Man knüpft mehr Kontakte knüpft, da man sich eben nicht beim Kaffee/Bier mit ein paar wenigen Kontakten ‘festquatscht’.”

Ralf Reichert sieht virtuelles Networking hingegen als eine große Herausforderung: "(...) der persönliche Austausch und ein Kaltgetränk danach sind nicht zu ersetzen, Punkt." Aktuell gäbe es noch keine überzeugende Lösung und ein spezialisiertes Social Network fehle - Abhilfe könne da aber eine Kombination aus verschiedenen Kommunikations- und Netzwerkplattformen schaffen.

Unser Ansatz: Die Bits & Pretzels Networking Week. Alle Infos zum Event und Tickets gibt es hier.

Judith Ellenbürger, Juniorprofessorin für Medienwissenschaft an der Uni Hamburg
Jeanette Loos, Global Group Director der internationalen Fachmesse für Sportartikel und Sportmode ISPO
Martin Römhild, Co-Founder der Social Media Marketing Agentur Ephny

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