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Geschäftsideen, die der Krise trotzen  

Diese Startups steigern mit innovativen Ideen ihre Umsätze auch in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Lage

Dazu gehört auch die in Landesbergen (Niedersachsen) sitzende Treox GmbH, die ein umweltschonendes und schnell wirkendes Desinfektionsmittel entwickelt hat. Das Mittel besteht aus Salz und chlorhaltigen Verbindungen und entfernt zu 99,9% Viren, Bakterien, Keime, Pilze und deren Sporen. Die Idee dazu kam Gründer Rainer Döring durch die vielen Warnhinweise wie zum Beispiel “ätzend” auf den bisherigen Desinfektionsmitteln. Zu Beginn war die Produktion von Treox ausschließlich für den industriellen Verbrauch ausgelegt. Doch seit der Corona-Krise verkaufen sie ihr Produkt nicht nur an medizinische Einrichtungen und lebensmittelverarbeitende Betriebe, sondern auch in kleineren Gebinden an Privatleute. Keine leichte Aufgabe für die 25 Mitarbeiter von Treox:  die Produktionsmenge hat sich innerhalb kürzester Zeit verdreifacht. Umso besser, dass die Hersteller unabhängig von Lieferanten aus dem Ausland sind und weiter durchgängig produzieren können, um so der hohen Nachfrage gerecht zu werden.

Auch das Kölner Startup UVIS gehört zu den Betrieben, die durch die Krise nicht nur enorm an Aufmerksamkeit gewonnen haben. Die beiden Gründerinnen Katharina Obladen und Tanja Nickel hatten bereits 2010, im Jahr der Schweinegrippe, die erste Produktidee mit dem Ziel die öffentliche Sauberkeit und Hygiene zu verbessern. 6 Jahre später gründeten sie die UVIS UV-Innovative Solutions GmbH und lieferten damit die Lösung für keimfreie Oberflächen bei Rolltreppen:  das UVC Desinfektionsmodul ESCALITE. Das Modul bestrahlt dabei die Oberfläche der Rolltreppe stetig mit UV-Licht und tötet somit Bakterien, Viren und Pilze ab. Vor allem die Nachfrage aus dem asiatischen Raum sei in den letzten Wochen enorm gestiegen. Auch mit ihrem Anfang des Jahres auf den Markt gebrachten Produkt „Titano“ treffen die beiden Gründerinnen und ihre fünf festen Mitarbeiter den Nerv der Zeit. Die antimikrobielle Beschichtung für Oberflächen wie zum Beispiel Einkaufswägen führt zu einer dauerhaften Keimreduktion.

Das 2010 in München gegründete Unternehmen GNA Biosolutions entwickelt einen Schnell-Test, mit Hilfe dessen innerhalb von 15 Minuten diagnostiziert werden soll, ob man mit dem Corona-Virus infiziert sei. Die Verfahren der bisherigen Tests benötigen viel Zeit und seien aufwendig, das versuchen die 40 Mitarbeiter von GNA Biosolutions in Zusammenarbeit mit dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr zu verbessern. Die ersten Tests sollen bereits im Juni auf den Markt kommen, dafür wird GNA Biosolutions, welche eine Ausgründung der Ludwig-Maximilian Universität in München ist, vom bayerischen Wirtschaftsministerium mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gefördert. Denn auch die Politik erhofft sich durch die Tests einen großen Schritt in die richtige Richtung bei der Bekämpfung von Covid-19.

Auch das 2015 in Berlin gegründete Startup HappyPo erfährt mit seiner „Po-Dusche“ im Rahmen der Corona-Krise starken Rückenwind. Die Po-Dusche wird mit herkömmlichem Wasser befüllt und kann durch unterschiedlichen Druck und Strahl einfach bedient werden. Nicht nur eine angenehmere Lösung für die Haut, sondern auch umweltschonender, so die beiden Geschäftsführer Oliver Elsoud und Frank Schmischke. Mit dem Slogan „Macht nicht nur Pos sauberer - sondern auch die Umwelt“ wirbt das Startup auf seiner Website für ihr Produkt. Und seit der Krise und der damit leer geräumte Toilettenpapier-Regale erfolgreicher als je zuvor: Laut Gründer Oliver Elsoud hat sich der Umsatz in kürzester Zeit versiebenfacht, Tendenz steigend. Doch das Startup verkauft nicht nur seine Produkte, sondern vergibt auch bis zu 1000 Happy-Po Sets kostenfrei an Personen, die in Deutschland im Gesundheitsbereich tätig sind.