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Mehr Motivation im Home Office

7 Tipps von Wirtschaftspsychologe und Buchautor Florian Becker für mehr Produktivität trotz Krise

1. Die passende Infrastruktur zählt

Der Arbeitserfolg sollte nicht durch schlechtes Equipment belastet werden. Wer würde mit alten Sandalen einen Marathon laufen? Nichts lenkt mehr ab als ein nicht funktionierender Drucker oder eine dauerhaft schwache Internetverbindung. Spart keinesfalls an den falschen Stellen! Oftmals unterstützt der Arbeitgeber bei der Ausstattung des Arbeitsplatzes Zuhause. Hier lieber Geld in einen geräuschabsorbierenden Kopfhörer oder in einen bequemen Stuhl investieren, als sich mit schlechter Ausstattung zufriedengeben. Das spart Nerven, Zeit und hilft, effektiver zu arbeiten.

2. Ablenkungen widerstehen

Ein ruhiger Arbeitsplatz ist extrem wichtig für die Konzentration und wer aktuell von daheim aus arbeitet, weiß, dass es dort besonders leicht ist, sich ablenken zu lassen. Neben äußeren Störfaktoren wie der Baustelle vor der Haustür, gegen die man kaum etwas ausrichten kann, zählt dazu vor allem das eigene Bedürfnis nach Ablenkung. Statistisch gesehen verliert der Arbeitnehmer schon im normalen Büro durchschnittlich 20 % seiner Arbeitszeit durch den ständigen Blick auf das Handy. Hier zählt Selbstregulation! Versucht, Impulsen zu widerstehen! Wem die Selbstkontrolle schwer fällt, sollte das Telefon zu bestimmten Zeiten ausstellen, den Fernseher in ein anderes Zimmer stellen oder einen neuen Benutzer-Account für die Arbeit am Laptop anlegen, natürlich dann ohne die Lieblingsspiele.

3. Struktur schaffen und Ziele definieren

Die meisten, sehr erfolgreichen Menschen, egal ob Profisportler oder Dax-CEOs, verbindet eine Eigenschaft: Sie sind extrem strukturiert. Profi-Sportler haben einen klaren Trainingsplan. Wieso sollte das fürs Arbeiten anders sein? Eine organisierte Lebensführung lässt uns nicht nur produktiver arbeiten, sie führt dazu, dass sich die richtigen produktiven Gewohnheiten bilden, die uns erfolgreicher machen. Am besten ist es also, sich Monat für Monat konkrete Ziele zu definieren und diese stets im Blick zu behalten und den eigenen Erfolg zu kontrollieren. Jeder Tag sollte mit einer To Do-Liste starten, die entweder in einer App hinterlegt oder ganz einfach auf einem Stück Papier notiert ist. So behält man nicht nur seine Ziele im Blick, sondern hat mit jeder abgeschlossenen Aufgabe, die gerne genussvoll doppelt durchgestrichen werden kann, auch ein Erfolgserlebnis.

4. Pausen setzen und einhalten

Zu jeder produktiven Arbeitsstruktur zählt auch zwingend die Regeneration. Pausenlose Arbeit schadet der Kreativität und genau diese entscheidet über den Erfolg vieler Startups. Wie im Sport erzielt derjenige bessere Ergebnisse der sich bewusst Ruhemomente setzt, um nach der Regeneration dann wieder voll durchzustarten. Im Home Office gilt dies besonders, weil dort die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit unkontrolliert in beide Extreme zu verschwimmen droht. Setzt Euch lieber mehr kurze Pausen nach jedem abgeschlossenen Aufgabenfeld und nutzt die Auszeiten immer auch als solche, um den Kopf freizubekommen.

5. Bleibt sozial

Unser soziales Umfeld ist für uns Menschen sehr wichtig, kann aber im Home Office leicht zu kurz kommen, insbesondere jetzt aktuell in der Corona-Krise. Bleibt deswegen so viel es geht weiterhin mit Kunden, Kollegen und Mitmenschen in Kontakt, mit Video-Calls, über Nachrichten und Bilder. Verschiebt soziale Veranstaltungen wie ein virtuelles Feierabendbier am besten auf Zeiten, zu denen man sowieso nicht besonders leistungsfähig sein muss, beispielsweise nachmittags.

6. Aufhören, wenn's am Schönsten ist!

Angenommen, ihr arbeitet bis spät abends, also bis zu einem Punkt, an dem die Arbeit zur mentalen Belastung wird und geht anschließend ins Bett. Was passiert am nächsten Morgen? Viele wachen dann mit dem Gefühl mentaler Belastung wieder auf und möglicherweise trübt dieses Gefühl dann die Produktivität für den ganzen Tag – obwohl ihr am Vortag nur ein wenig länger gearbeitet habt. Ja, es ist nicht immer machbar, aber grundsätzlich solltet ihr darauf achten, eine Aufgabe mit einer guten Leistung zu beenden und dann wieder voller Freude am nächsten Tag durchzustarten, als spät abends eine neue Aufgabe nur noch halbherzig anzufangen.

7.  Nicht alles funktioniert im Home Office

Je eher eine Tätigkeit am Bildschirm oder am Telefon erledigt werden kann, desto eher ist sie für die Heimarbeit geeignet. Home Office ist also vor allem für Berufsgruppen möglich, die hauptsächlich mit Informationen arbeiten. Dazu zählen beispielsweise Führungskräfte, IT-Spezialist*innen oder publizistische Beschäftigungen. Bei ca. 75 Prozent der Tätigkeiten, die einen Hochschulabschluss voraussetzen, wäre somit Home Office eine Option. Arbeitsabläufe, die hingegen direkt mit Maschinen oder physischen Objekten verbunden sind, eignen sich demnach eher weniger. Hier gilt es sinnvoll zu unterscheiden und nur die Projekte mit nach Hause zu nehmen, die auch effektiv umgesetzt werden können.

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Prof Dr. Florian Becker - Spezialist für Führung und Wirtschaftspsychologie
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Prof. Dr. Florian Becker – Der Hochschuldozent und Buchautor ist Spezialist für Führung und Wirtschaftspsychologie. Er hat dazu MBA-Programme und Studiengänge geleitet und zahlreiche Bücher veröffentlicht.