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Diese Fakten müssen Gründer kennen

Die Unternehmensberatung McKinsey stellt die wichtigsten makroökonomischen Zahlen und ihren Auswirkungen für Startups vor

1. Startups in bestimmten Brachen müssen derzeit besonderes Durchhaltevermögen mitbringen

Neun von 27 deutschen Branchen müssen ab Q2 2020 mit Liquiditätsengpässen rechnen. Betroffen sind allen voran Hotellerie, Gastronomie und Luftfahrt. Durch Einbrüche bei der Nachfrage sind auch Startups, die in den betroffenen Sektoren selbst aktiv sind – oder mit Unternehmen aus den Branchen zusammenarbeiten – von Liquiditätsengpässen betroffen. Hier gilt es nun durchzuhalten, die Ausgaben soweit es geht zurückzufahren und gleichzeitig eine Strategie für Zeiten der Erholung vorzubereiten.

2. Krise führt zu Veränderungen der Ansprechpartner für Startups

Zwischen 4.8 und 7.2 Millionen Arbeitnehmer werden in Q2 2020 in Kurzarbeit gehen. Für Startups kann sich die Verfügbarkeit der gewohnten Ansprechpartner von Corporate-Partnern verringern. Gemeinsame Projekten drohen sich zu verzögern. Kontakte zu Entscheidungsträgern – am besten solche mit zentralen Krisenbefugnissen – helfen, die Wahrnehmung für das Projekt aufrechtzuerhalten.

3. Agile Startups können Aufschwung besser nutzen als Corporates

Eine Erholung der wirtschaftlichen Aktivität auf Vorkrisenniveau erwarten wir frühestens in Q4 2020. Hier ist ein langer Atem aber auch Agilität gefragt. Denn durch ihre agile Arbeitsweise können Startups auch kleinere Aufwärtstrends effektiver nutzen als große Corporates.

4. Veränderungen des Konsumverhaltens bieten auch Chancen für Startups

Knapp 30 Prozent der Deutschen werden in den nächsten Wochen weniger Geld ausgeben. Der Kampf um Neukunden wird intensiver. Neben dem Preis nimmt die Relevanz von Purpose-Kriterien für Verbraucher zu. Die Kunden wollen genauer über Lieferketten oder Sourcing Bescheid wissen. Startups, die ein skalierbares Geschäftsmodell mit Purpose kombinieren können, haben bessere Zukunftschancen als Wettbewerber, die neue Realitäten ignorieren.

5. Deutsche Verbraucher sind optimistischer als die europäischen Nachbarn – jetzt die richtigen Kaufanreize setzen

Gut 25 Prozent der deutschen Verbraucher erwarten in zwei bis drei Monaten eine wirtschaftliche Erholung. Laut unserer aktuellen Konsumentenbefragung „Consumer Sentiment Pulse Check“ sind die deutschen Konsumenten Europas Optimismus-Spitzenreiter. Das sind gute Neuigkeiten vor allem für B2C Startups, die von der Kauffreudigkeit der Deutschen abhängen. Auch Startups, die Aufwärtstrends schneller in Chancen umwandeln können als Konzerne, dürfen auf den anhaltenden Optimismus der deutschen Verbraucher hoffen.

6. Entschlossenheit wird uns schneller aus der Krise herausbringen

Mit 23 Prozent des BIP hat Deutschland eines der weltweit größten Konjunkturpakete aufgelegt. Am Ende wird es wichtig sein, entschlossen aus der Krise herauszukommen – dazu braucht es alle. Der deutsche Staat hat mit dem weltweit zweitgrößten Konjunkturpaket nach dem Vereinigten Königreich ein Zeichen gesetzt. Startups soll über den Zukunftsfonds stärker geholfen werden. Alle Akteure müssen entschlossen voran gehen, um zu verhindern, dass uns in der Phase der Erholung Innovatoren fehlen.

7. Negative gesamtwirtschaftliche Entwicklung schafft Unsicherheit für Startups und Investoren

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinkt 2020 um 4 bis 9 Prozent. Diese ökonomische Unsicherheit wirkt sich real auf viele Geschäftsmodelle aus. Gleichzeitig führt die Entwicklung zu Finanzierungsengpässen, da Investoren ihre Assets protegieren und Geld in sicherere Anlageformen investieren. Finanzierungsrunden werden bereits verschoben und Valuations verhalten sich volatil.

Heike Freund, die Partnerin bei McKinsey beschäftigt sich aktuell intensiv mit Auswirkungen von COVID-19 auf die Industrie.

Tobias Henz, McKinsey Experte für Startup-Ökosysteme bringt Startups, Corporates sowie Investoren in lokal aktiven und global vernetzten Fuel Ignition Clubs zusammen – in der COVID-19-Krise natürlich nur virtuell.

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